7,90 inkl. USt.

Uff dem Hamer

Arbeit im Wandel der Zeit: Das Walzwerk Kreuztal-Eichen im Portrait

Autoren: Anja Kotter | Silke Kramarz

Erscheinungstermin: Juni 2014
Umfang: 72 Seiten
Format: 17 x 22 cm
Ausstattung: Paperback
ISBN: 978-3-902943-50-7

Buch kaufen bei amazon

ISBN eBook: 978-3-902943-51-4

€ 6,99 inkl. USt.

btn_ebook_kaufen

Das Walzwerk Kreuztal-Eichen im Portrait

Mit freundlicher Unterstützung: ThyssenKrupp Steal Europe AG

In Eichen, einem Ortsteil der Stadt Kreuztal im Siegerland, wird seit Jahrhunderten Eisen verarbeitet.

„Uff dem Hamer“ sagte man, wenn man im Hammerwerk tätig war, und zum „Hamer“ gehen die Menschen noch heute, wenn sie ihren Arbeitsplatz im Walzwerk Eichen der ThyssenKrupp Steel Europe aufsuchen.

Wenn auch der Name umgangssprachlich geblieben ist: Die Arbeitswelt hat sich radikal gewandelt. Von diesen Veränderungen berichten im Buch langjährige Mitarbeiter, aber auch neu hinzugekommene Arbeiter des Werks.

Die SchülerInnen des Projektkurses untermauern ihre Aussagen durch Archiv-Recherchen und Forschungsergebnisse. Herausgekommen ist eine spannende Reise durch die Geschichte des Arbeitens, reicht bebildert mit bisher unveröffentlichten historischen Fotografien zur Werksgeschichte.

Inhalt

Vorbemerkungen ... 7
Vorwort und Danksagung ... 12
Das Walzwerk Eichen und seine Geschichte ... 15
Vom Eichener Hammer zum Werk Eichen der ThyssenKrupp Steel Europe ... 16
Das Walzwerk als Bauherr – Die Selbsthilfesiedlungen ... 22
Das Unternehmen in der Verantwortung – Sozialwesen im Werk Eichen ... 24
Exkurs 1: Tabellen und Bilder ... 25
Exkurs 2: Steckbriefe der Interviewpartner  ... 42
Wir leben Stahl! Wandel der Arbeitswelt  ... 43
Einführung  ...    44
Ausbildung ... 46
Mitarbeiter ... 48
Beschäftigung von behinderten Menschen ...    49
Arbeitssicherheit ... 51
Betriebliche Mitbestimmung ... 52
Globalisierung   ... 53
Arbeitszufriedenheit      ... 54
Anhang ... 57
Die Werksgeschichte aus der Sicht von Rudolf Zwingmann ... 58
Fragenkatalog   ... 63
Literatur ... 64
Quellen ... 66

 

Textauszug

Schon um 600 v. Chr. war das Gebiet des heutigen Siegerlandes von Kelten bewohnt, die in der Kunst der Eisengewinnung sehr erfahren waren. Sie benutzten kleine Lehmöfen, um das Eisenerz bei niedrigen Temperaturen zum Schmelzen zu bringen. Später, etwa um 100 v. Chr., besetzten die Germanen das Land und entwickelten die Eisengewinnung und -verarbeitung weiter. Sie nutzten die günstige Lage eines kleinen Bachs – die heutige Littfe – an einem Hügel, an dem praktikable Wind- und Wetterverhältnisse herrschten. Zudem konnte in der Umgebung ausreichend Eisenerz abgebaut werden. 
Die Schmelzstelle bestand und entwickelte sich in den folgenden Jahren positiv. Dies ist bekannt, da bei der Neuverlegung eines Grabens Fundamente einer Hüttenstelle gefunden wurden, die von Fachleuten etwa um 1300 eingeordnet wurden. Um diese Zeit wurde also nachweislich aktiv Eisen abgebaut und vor allem be- und verarbeitet.
1599 bis 1883
Erst im Jahre 1599 jedoch wird der „Eichener Hammer“ erstmals urkundlich erwähnt, zuverlässige Quellen liegen sogar erst ab 1643 vor. (Tab. 2) Zu dieser Zeit gehörte der Hammer – so die Bezeichnung für den eisenverarbeitenden Betrieb –, zusammen mit der Mühle, dem Grafen von Nassau, der ihn 1666 an Eberhard Herling verpachtete. Ihm folgten andere Zunftmeister. Ab 1666 lassen sich diese aus dem „Register des Handwerksbuches der Stahl-, Waffen- und Kleinschmiede“ zurückverfolgen. (Tab. 1)
1686 wurde der Hammer von den bisherigen Pächtern übernommen und von da an vererbt oder weiterverkauft. Eine starke Veränderung brachte die Erfindung des Puddeleisens. Beim Puddelverfahren wird das Roheisen „gekocht“ und dabei mit langen Stangen gerührt. So verbrennt der Kohlenstoff im Eisen, es bildet sich eine Schlackschicht und darunter das schmiedbare Eisen. Die ursprüngliche Verarbeitungsform im Hammer verlor so sehr an Wert, dass ihn 1869 ein einziger Mann namens Jakob Hambloch aufkaufen konnte. Er baute das 200 Jahre lang unverändert gebliebene Werk um und errichtete einen Dampfhammer und zwei Puddelöfen. Die Geschäfte liefen jedoch nicht gut und das Werk stand oft monatelang still. „Man erzählte sich, […] wer auf dem „Hamer“, wie das Werk kurz genannt wurde, arbeitete, habe es überhaupt schwer gehabt, eine Frau zu bekommen.“